Freitagszitat

Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu.
Hans Christian Andersen

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(nicht ganz) mein Senf zur Wirtschaftpolitik …


nicht nur in den USA.
Schon etwas älter
leider immer noch aktuell
schrieb Friedrich Engels zur Weltwirtschaftskrise 1857:

„Dass die Kapitalisten, die so sehr gegen das Recht auf Arbeit schrien, nun überall von den Regierungen ‚öffentliche Unterstützung‘ verlangen, also das Recht auf Profit als allgemeine Unkosten geltend machen, ist schön.“

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Eine Frage des Glaubens

Wie der geneigte Leser vielleicht mitbekommen hat, bin ich, was die Frage der Religion und/oder des Glaubens angeht keine ganz unbeleckte kleine frau.
Nun ist meine persönliche religiöse Identität etwas komplexer und da fangen die ganzen Schwierigkeiten eigentlich an. Es geht mir mal wieder, und gerade außnahmsweise weitestgehend unprovoziert, furchtbar auf den Geist, wie Leute auf Glauben und Religiosität blicken.
Ich lasse die fundamentalistische Strömung innerhalb der Atheisten da jetzt mal raus, die grundsätzlich allen religiösen/gläubigen Menschen unterstellen, sie seien weniger aufgeklärt/dümmer/unmündig im Kant’schen Sinne. Das ist nämlich purer Fundamentalismus of the kind, that tries to put the mental back into fundamentalist, um mal meinen Sonnensänger zu zitieren, der nun wirklich nicht in Verdacht geraten kann unkritisch mit Religion und Glauben umzugehen.
„Normale“ Leute im täglichen Kontakt reagieren, selbst in dieser doch noch sehr traditionell (und in diesem Fall vornehmlich katholisch) geprägten Gegend, mild irritiert, wenn man sich selbst als religiös im weitesten Sinne äußert. Vor allem zwei Dinge fallen ins Auge. Erstens: Man darf ja gerne glauben, aber bitte schön im Privaten und nicht so öffentlich darüber reden. Nun trage ich meine Identität beileibe nicht öffentlich vor mir her, ich gehe damit nicht hausieren, auch weil ich in veilen Dingen ein sehr privater Mensch bin. Aber wenn das Thema aufkommt (oder der Gegenüber mit unglaublich schlechtem Halbwissen wilde Behauptungen in den Raum stellt, weil irgendwas irgendwo gelesen oder gesehen wurde) verstecke ich mich nicht. Das führt zu Irritationen und zu zweitens: Es scheinen unglaublich viele Stereotype zum Thema Religion in den Köpfen, der Leute zu stecken und das betrifft nicht nur Religionen die als Minderheitenreligionen oder exotisch angeshen werden, sondern auch die immer noch viel beschworenen Grundlagen des „christlichen“ Abendlandes.
Es wird also angenommen, wenn ich öffentlich „zugebe“ zu glauben, dass ich auch fromm bin, mich an alle Traditionen halte, von denen man vielleicht mal was gehört hat, repräsentativ für alle anderen Gläubigen der selben übergeordneten religiösen Strömung und natürlich deshalb auch alle Fragen zum Thema und ggf. zu entsprechenden Fundamentalisten und Irren beantworten kann. Hinzu kommt hier lokal im speziellen noch (aber das habe ich an anderer Stelle schon mal erwähnt), dass automatisch erstmal davon ausgegangen wird, dass man christlich und zu 90% katholisch sei. Es sei denn man hat einen entprechenden Nachnamen, der suggeriert, dass die Vorfahren aus dem südlichen oder südostlichen Raum außerhalb Deutschlands kommen, dann ist man ja sicherlich Muslim. Alles andere wird als noch viel exotischer wahrgenommen.

Hier folgen, unsortiert, ein paar dieser üblichen stereotypen Vorstellungen, die ich grob aus den letzten gefühlt hundert Gesprächen zum Thema und oder das Thema streifend gesammelt habe, wer darauf empfindlich reagiert, solle bitte den Absatz überlesen:
(alle …)
Christen: gehen Sonntags in die Kirche; lassen ihre Kinder taufen; schicken ihre Kinder in den Religionsunterricht; lehnen Scheidung ab; lehnen Verhütung und/oder Abtreibung ab; hören immer auf ihren Pfarrer; können in religiösen Fragen nicht selber denken; missionieren; glauben nicht an Evolution; sind irrational, wenn es um Wissenschaft geht; können kritisches Denken und Glauben nicht miteinander vereinbaren; haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie gegen die Gebote der Bibel verstoßen; nehmen die Bibel wörtlich; sind Schuld an allem, was die Amtskirchen jemals falsch gemacht haben; lehnen Frauen in Kirchenämtern ab bzw. sind schon blöd sich in einer Kirche zu engagieren, die sie keine relevanten Ämter übernehmen lässt; folgen dem Papst; decken Mißbrauch durch Priester/Pfarrer; …
Muslime: hängen überlebten Rollenbildern an; Muslimas müssen Kopftuch tragen; wenn Muslimas kein Kopftruch tragen, haben sie sich das massiv erkämpfen müssen; sind unbefreit, unaufgeklärt und fromm; dürfen kein Schweinefleisch essen und keinen Alkohol trinken; haben keine höhere Bildung; schicken ihre Kinder in Koranschulen; glauben an arrangierte Ehen; haben eine höhere Affinität zu Gewalt; kommen aus einer rückständigen Kultur; können kritisches Denken und Glauben nicht miteinander vereinbaren; haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie gegen die Gebote des Koran verstoßen; nehmen den Koran wörtlich; glauben ihren (Hass-)Predigern alles; gehen regelmäßig in die Moschee, lassen ihre Söhne (und vielleicht auch ihre Töchter) beschneiden; Muslimas tragen lange Röcke; glauben dass alle Frauen potentiel Schlampen sind und nicht muslimische Frauen sowieso; illegale Einwanderer und sog. „Sozialschmarotzer“ sind meistens Muslime; sprechen kein ordentliches Deutsch; sind immer gefährdet sich zu radikalisieren und in den Dschihad zu ziehen; sind alles Antisemiten; mögen tief in ihrem Inneren keine nicht Muslime; wollen das „christliche“ Abendland unterwandern uns Scharia-Rechtsprechung einführen; glauben an Polygamie für Männer; alle „dunkelhäutige“ menschen sind Muslime; sind humorlos; …
Juden: sind fromm; Männer sehen entweder so aus, als seien sie aus einem osteuropäischen Schtetl des 19.Jhd gekommen oder wie junge Israelis kurz nach dem Wehrdienst; tragen immer eine Kippa; sind an ihrem jüdischen Aussehen erkennbar (du weißt schon, die Nasen, die Haare); gehen in die Synagoge; sind in der jüdischen Gemeinde; geben „den Deutschen“, auch den Nachgebornen, immer noch die Schuld am Holocaust; betrachten alle „Deutschen mit Argwohn; haben Verwandschaft im Holocaust verloren; haben Geld; sind immer auf der Seite Israels; sind gegen Palästinenser; sind verkappte Israelis; essen kein Schweinefleisch/haben komische Essgewohnheiten; sind beschnitten; bleiben unetr sich; sind die besseren Menschen (du eißt schon, wegen der schrecklichen Dinge die damals passiert sind); es gibt keine bösen, jüdischen Arschlöcher/es gibt nur böse, jüdische Arschlöcher; instrumenatlisieren den Holocaust; feiern komische Feste; heiraten nur untereinander; sind besonders kreativ (Hollywood), geldaffin (Bankensenktor) und Bildungsbeflissen (Anwälte, Ärzte); sind an Woody Allen Schuld; haben eine sterotype jüdische Mutter; lieben Havanagila und Klezmer; haben eine politische Lobby; werden regelmäßig mit Antisemitismus konfrontiert; instrumentalisieren Antesemitismus; hassen alle Araber oder betrachten sie zumindestens mit Argwohn; …
anderen Gläubigen: sind so interessant; sind so exotisch; sind so erleuchtet; haben komische Sitten (beliebiges Beispiel könnte hier folgen); …

Zurück zur kleinen frau 🙂
Schubladendenken geht mir ja sowiese auf die Nerven, aber gerade beim Thema Religion/Glauben scheinen immer mehr Leute ihr Gehirn auszuschalten. Liegt es daran, dass Religiösität zurückgeht? Oder weil Glaube im öffentlichen Leben, abseits von Papstansprachen zu Ostern, kaum stattfindet? Ist meine Beobachtung vor allem ein deutsches Phänomen?
Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass die Tatsache, das ich glaube (ganz davon ab, was ich glaube) genaus so wenig oder viel eine Rolle spielt, wie mein Geschlecht, meine Aussehen und meine anderen Eigenschaften und nicht gleich zu einer deutlich stärkeren Bewertung führt.
Liebe Gesprächspartner, natürlich werde ich auch wieterhin eure Fragen beantworten und eure Nuegier befriedigen, denn nur durch Austausch könnt ihr vielleicht einen Einblick in eine euch unbekannte Welt erlangen. Aber bitte denkt nach, bevor ihr eure Fragen formuliert, hinterfragt, was ihr zu wissen glaubt. Ihr seid keine kleinen Kinder mehr, die die Welt nicht kennen. Ihr seid erwachsene Menschen. Ein bisschen( Selbst-)Reflektion von euch zu erwarten kann nicht zu viel verlangt sein.

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…was du isst

Am 6. März war Tag der Tiefkühlkost und ich hatte noch nie davon gehört. Aufmerksam geworden bin ich durch einen liebenswerten Artikel in der taz, in der mehrer launig von ihren Erfahrungen mit und Meinungen zu Tiefkühlkost schreiben. Welcher bessere Grund kann einem da einfallen, um über die eigene Geschichte und den eigenen Umgang mit Tiefkühl- und Fertiggerichten nachzudenken und zu berichten.

Wie war es in der Kindheit?

Aufgewachsen bin ich mit Eltern, Geschwistern und einer Tagesoma, sowie wechselnden Putzfrauen und Babysittern. Letztere haben nun eher weniger dazu beigetragen bei uns zu kochen und uns zu verpflegen bzw. die babysitter hatten meistens klare Angaben von den Eltern. Und so lange ich mich erinnern kann, wurde bei uns  jeden Tag gekocht.
Nun ist es so, dass beide Eltern immer auch berufstätig waren, allerdings in Berufen, die es ihnen erlaubten mittags-zuhause zu sein (für einen sehr weiten Wert von Mittag, denn Mittagessen gibt es bei ihnen standardmäßig eben erst zwischen 14-15 Uhr, wenn alle aus der Schule wieder da waren). Und das Mittagessen war unsere zuverlässige gemeinsame Mahlzeit am Tag. Freitags wurde Wocheinkauf gemacht und dann hab es meist Brot und Salat und warme Speisen aus der Wäremtheke des Supermarktes oder Fischsalate, das war sozusagen unser Fastfoodtag 🙂
Ich kann mich ansonsten ziemlich ganu an 2 Tiefkühlgerichte (ab und an), zwei Dosenfertiggerichte (sehr sehr selten) und ein Einstreuanrührsaucenpulver erinnern: Tiefkühlpizza, Fischstäbchen (später eher Schlemmerfisch bordelaise und so), Dosenravioli, serbischer Bohnentopf, Bolognesesauce. Alles Dinge, die ich schon als Kind nicht besonders gerne mochte. Also die Einstreusauce esse ich wenn es auch parmesan dazu gibt, Dosensuppen u.ä. können mir gestohlen bleiben, Dosenravioli hasse ich und fand sie schon immer extrem bäh, meinen Fisch hätte ich gerne frisch oder frisch geräuchert, Tiefkühlpizza ist ein Notgericht, wenn man sie nachverbessert.
Was es bei uns auch immer gab war Tiefkühl- und Dosengemüse und Kartoffelprodukte. Ja, man kann Pommes, Kroketten, Klöße und Kartoffelpuree auch selbst machen, gab es bei uns zuhause aber eigentlich immer tiefgefroren oder zum Einstreuen. Häufiger gab es sowiese Salzkartoffeln, die macht man immer selbst. Auch an das allseits bekannte Fastfood habe ich mich erst in meiner Jugend rangetastet. Als Kind gab es mal eine Bratwurst auf dem Jahrmarkt oder als ganz besonderes Ereignis halbe Hähnchen vom Wiener Wald (zudem wir erst mit unserem Hund hinspaziert sind, die Hähnchen geholt haben und dann mit Hund und Hähnchen wieder zurück nach hause).

Und so bin ich aufgewachsen.

Wie hält die kleine Frau das in ihrem eigenen Haushalt?

Der Sonnensänger ist, wie ich sicher schonmal irgendwo erwähnt habe, allergisch, auch gegen einige Lebensmittel, außerdem hat er mittlerweile eine Laktoseintoleranz und man mag gar nicht glauben, wo alles Milchzucker zugesetzt wird. Allein deshalb würden eine Menge Fertigprodukte einfach wegfallen, aber das ist nicht der einzige Grund, warum wir kaum Fertigprodukte verwenden; sie schmecken uns nämlich einfach nicht.
Meine Tiefkühlfächer enthalten regelmäßig: diverses tiefgefrorenes Gemüse, geschnitte gefrorene Zwiebeln (ein Produkt, dass ich wirklich mag, außer für manche Gerichte und Salat, da müssen es dann schon frische sein), Suppengemüse, um die Hühnersuppe u.U. noch etwas aufzupeppen, Kroketten, Pommes, Blätterteig, Miniwindbeutel. Ansonsten nur selbst eingefrorene Reste oder wenn wir größere Mengen Fleisch haben.
Im Küchenschrank finden sich dann noch ein paar andere Sorten Gemüse und manchmal Obst in Dosen oder Gläsern (z.B. Mungobohnen, gebackene Bohnen, Mais, Ananas) und die ein oder andere Currypaste oder Sauce aus dem Asiamarkt. Und Einstreupulver für Kartoffelknödel, weil ich meistens keine Lust habe die selber zu machen. Und als einziges Fertigprodukt in der trockenen Variante Gemüsebrühe (allerdings weder von Meggie, noch von Knorke, sondern in ökö), die einfach ein gute Gewürz abgibt.

Und wie sieht es bei euch so aus?

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Nachgedanken 17.02.2014

Ich habe heute auf dem Weg von der Arbeit zur Uni auf einem öffentlichen Mülleimer einen schon leicht angekratzen Spucki entdeckt.  Ein Werbemittel der MLPD (ja, die gibt es noch).
Der Slogan lautete: Radikale Linke Revolution – der echte Sozialismus!“  Da fragt man sich doch, was ist den dann das Gegenmodell: die Gemäßigte Rechte Stagnation – der künstliche Kapitalismus?

Zumindest hab ich mich gut amüsiert und das ist ja auch schonmal was.

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Poesie-Woche. Sonntag: Erich Fried’s „Warum“

Zum kalendarischen Wochenabschluß oder aber auch zum Wochenanfang gibt es doch noch ein Liebesgedicht von Erich Fried.

 

Warum

Nicht du um der Liebe willen
sondern um deinetwillen
die Liebe (und auch um meinetwillen)

Nicht
weil ich lieben muss
sondern weil ich dich
lieben muss

Vielleicht weil ich bin
wie ich bin
aber sicher
weil du
bist
wie du bist.

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Poesie-Woche. Samstag: Erich Fried’s „Angst und Zweifel“

Zum Samstag ein Text von Erich Fried.  Und mit Absicht nicht sein bekanntes Liebesgedicht.

 

Angst und Zweifel

Zweifle nicht
an dem
der sagt
er hat Angst

aber hab Angst
vor dem
der dir sagt
er kennt keinen Zweifel.

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