Anspruchsdenken (Medizin)

Der Kinderdoc berichtet in seinem Blog gerade vom jährlichen Qualitätsmanagement und stellt die Frage, was der geneigte Leser von einer guten Praxis erwartet und was so gar nicht geht.

Da die kleine Frau zwar von der Größe her nicht unbedingt auffallen würde beim Kinderarzt, aber schon seit Jahren nicht mehr bei einem war, hat sie sich gedacht, sie schreibt mal auf, was sie generell von einer guten Praxis und einem guten Arzt erwartet:

1. Sie sollten telefonisch (und von mir aus gerne auch per Email/Homepage) erreichbar sein und Öfnungszeiten anbieten, die auch Leute wahrnehmen können, die bis 18.00 uhr arbeiten müssen oder in der Uni sitzen (oder in der Ganztagsschule).

2. Sie sollten in der Lage sein, nicht nur Termine zu vergeben, sondern (Notfälle ausgeschlossen) diese auch annähernd einzuhalten. Ich hatte schon mit Ärzten zu tun, bei denen ich immer zusätzlich zum Termin mindestens 1 Stunde Wartezeit mit einrechnen musste und da hatte ich schon Vorzugsbehandlung, weil ich langjähriger Privatpatient war.

3. Vom Personal (sowohl von Ärzten wie vom Fachpersonal und Empfangsdamen) erwarte ich Höflichkeit, Kompetenz, grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache und dass ich als Patient wie ein mündiger Bürger ernstgenommen und behandelt werde.

4. Der Wartebereich sollte angemessen groß, warm und ordentlich sein. Sitzbare Bestuhlung und nicht offensive Dekoration sind ein grundlegendes Merkmal, kein Luxus. Natürlich dürfen sie Werbung für die von ihnen angebotenen und möglicherweise privat zu zahlenden Zusatzleistungen machen, aber bitte in einem angemessenen Rahmen und ohne sie mir aufdrängen zu wollen.

5. Diagnosen und Ratschläge sind so zu formuliren, dass sie auch von einem medizinischen Laien verstanden werden können. Nicht jeder hat, wie die kleine Frau, schon seit Geburt an Medizin-Deutsch/Deutsch-Medizin geübt.

6. Ich bin ein erwachsener, mündiger Mensch, die meistens weiss, was gut für sie ist und sich immer eine eigene Meinung bildet und selbst entscheiden möchte, wie es jetzt weitergehen soll. Behandeln sie mich entsprechend. Wenn ich nicht das Gefühl habe, dass sie mich oder den Teil meiner Familie der gerade krank ist nicht ernst nehmen, haben wir uns zum letzten Mal gesehen.

7. Erklären sie mir was sie machen und warum. Ich bin nicht dumm und ich bin nicht ihr Versuchskaninchen.

8. Respektiren sie es, wenn ich bestimmte Leistungen ablehne oder zumindest noch einmal überdenken möchte. Insbesondere wenn sie einen schweren Eingriff in meinen Körper planen.

9. Verschreiben sie mir Medikamente nur, wenn ich sie wirklich benötige. Hustenlöser aus Thymian oder anderen Bestandteilen meines Kräuter- und Gewürzregals kann ich mir auch alleine in der Apotheke kaufen.  Und wenn die beste Lösung ist, eine Woche zuhause zu bleiben und mit Kamillentee zu gurgeln, sagen sie mir das. Wir sind beide glücklicher, wenn ich ohne ein unnötiges Rezept rausgehe.

10. Sie dürfen mir gerne Erinnerungen schreiben, wenn wieder eine Vorsorgeuntersuchung ansteht. Aber auch hier macht der Ton die Musik.

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